Zubereitung: Cold Drip – eine Alternative zu Cold Brew und ebenso erfrischend

Cold Drip Coffee mit dem Dripster - Foto © Helmut Hackl
Cold Drip Coffee mit dem Dripster – Foto © Helmut Hackl

Cold Drip ist eine Art der Kaltextraktion von Kaffee. Da befindet sich das Kaffeepulver nicht wie bei Cold Drip stundenlang im kalten Wasser, sondern tröpfelt gemächlich durchs Pulver.

Cold Drip ist eine in Japan überaus beliebte Methode, um Kaffee zuzubereiten. Dort gibt es jede Menge Kaltextraktoren – oftmals auch zu Preisen jenseits der 1.000 Euro. Wahre Hingucker. Wenn man nicht selbst basteln will, so ist der kleine Dripster der beste Einstieg. Der ist kostengünstig, die Tropfgeschwindigkeit ist gut zu regulieren und er ist flott zu reinigen. Ich habe noch das Vorgängermodell, mittlerweile ist mit dem Dripster² schon der Nachfolger erhältlich – gleich für Cold Brew & Cold Drip. Der kostet ungefähr 50 Euro.

Achtung: So ein Cold Drip ist eine “Koffeinbombe”. So haben – laut einem Labortest von Coffeeness – 250ml Cold Drip (20g Bohnen) ca. 247mg Koffeingehalt. Mit Eis ca. 182mg. Als gesundheitlich unbedenklich gelten 200mg pro Einzeldosis bzw. 400mg pro Tag.

Cold Drip – welcher Kaffee?

Ideal für Cold Drip ist 100% Arabica. Heller geröstet. Mit fruchtiger Note. Eine Sache des individuellen Geschmacks – somit selbst probieren und die persönlichen Favoriten finden.

Cold Drip Coffee mit dem Dripster - Foto © Helmut Hackl
Cold Drip Coffee mit dem Dripster – Foto © Helmut Hackl

Ich mahle den Kaffee immer frisch in einer Handmühle. Der Mahlgrad muß dabei noch einen Hauch gröber als bei French Press sein – etwa wie feines Tafelsalz. Ich nehme auf 1/2 Liter Wasser etwa 50 Gramm Kaffeepulver. Auch hier: Selbst probieren, Menge / Mahlgrad anpassen und an den eigenen Geschmack herantasten.

Cold Drip – so funktioniert’s mit dem Dripster

• Kaffeepulver in den dafür vorgesehenen Behälter füllen und durchnässen – bis die ersten Tropfen kommen. Dann einen runden Papierfilter d’rauflegen. Der Grund: Damit die Tropfen danach keinen Krater ins Kaffeepulver bohren und das Wasser gleichmäßiger durchrinnen kann.
Tipp: Den Behälter nicht mit Kaffeepulver auffüllen, da dieses noch aufquillt.

• Kaltes Wasser oder Eiswürfel in den oberen Behälter einfüllen. Wenn man Eiswürfel verwendet, dann kann es vorkommen, dass ein Exemplar kurz das Abtropfen verhindert. Das Problem schmilzt aber von selbst.

• Das Wasser tröpfelt jetzt gemächlich aufs Kaffeepulver. Den Tröpfen-Mechanismus so einstellen, dass etwa ein Tropfen so alle 1 bis 1,5 Sekunden durchkommt. Je langsamer, desto stärker und intensiver wird das Ergebnis.
Hinweis: Die Tropfgeschwindigkeit variiert – das heißt: Nachjustieren.

• Der Vorgang dauert jetzt ein Weilchen – abhängig von der Tropfgeschwindigkeit. So um die drei Stunden herum.

• Ist alles durchgeflossen, so wird der kalte Kaffee in einen verschließbaren Glasbehälter umgefüllt und ab damit in den Kühlschrank. Dort lässt er sich ein paar Tage lang – ohne merklichen Aromaverlust – lagern. Kleiner Tipp: Ich nehme als Behälter eine Flasche mit Bügelverschluß.

Cold Drip – so schmeckt’s

Im Geschmack ist Cold Drip Coffee noch einen Hauch fruchtiger, noch aromatischer als Cold Brew. Und auch hier: wenig Säuren, wenig Bitterstoffe.

Dripster² für Cold Brew & Cold Drip Coffee – Foto © Tradena
Dripster² für Cold Brew & Cold Drip Coffee – Foto © Tradena

Neben Eiswürferl eignen sich zusätzlich noch manch andere Flüssigkeiten zum Mischen mit dem Cold Drip Coffee. Beispielsweise frisch gepresster Zitronen- oder Limetten-Saft, Mandelmilch, Kokosmilch, Tonic, Gin, Amaretto, Limoncello, Wodka oder Grappa. Oder man friert den Kaffee selbst als Eiswürfel ein. Mein Favorit ist “on the rocks” mit Tonic. Aber nicht mit Schweppes, sondern mit einer der zahlreichen Spezialsorten aus UK.

Wichtig: Cold Drip immer eisgekühlt trinken!

Zwei Tipps:
• Wenn der Kaffee zu bitter schmeckt, dann waren entweder die Bohnen zu fein gemahlen, oder die Durchlaufzeit war zu lang oder es war zu viel Kaffeepulver drinnen.
• Wenn der Kaffee zu sauer schmeckt, dann waren entweder die Bohnen zu grob gemahlen, oder es war zu wenig Kaffeepulver drinnen, oder das Pulver wurde nicht gleichmäßig angefeuchtet, oder die Durchlaufzeit war zu kurz.

Angemerkt: Den Cold Drip Coffee nicht literweise wie Wasser trinken. Denn es bleibt trotzdem Kaffee mit reichlich Koffein.

Cold Drip – mein Fazit

Cold Drip ist ebenso wie Cold Brew herrlich erfrischend. Ich wünsche viel Freude beim Selbstprobieren.

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