Nachgefragt: Wie schaut es mit der Haltbarkeit von Kaffee aus

Röstdatum und Haltbarkeit des Kaffees am Bohnensackerl - Foto © Helmut Hackl
Röstdatum und Haltbarkeit des Kaffees am Bohnensackerl – Foto © Helmut Hackl

Eine Frage, die auch öfters gestellt wird: “Wie lange hält Kaffee in der Verpackung?” Für mich hat dies kaum Relevanz, da ich Bohnen immer frisch kaufe und relativ zügig verbrauche. Ich habe mich aber trotzdem schlau gemacht.

Zuerst einmal gehört zwischen Haltbarkeit und Geschmack unterschieden. Wenn der Kaffee nicht mehr schmeckt, dann ist die theoretische Haltbarkeit ohnehin obsolet. Denn Kaffee ist auch auch weit nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit gesundheitlich unbedenklich. Er schmeckt halt nicht mehr. Deshalb ist diese Frage nicht relevant.

Anmerkung: In der EU ist die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum verpflichtend. Ob das bei Kaffee sinnvoll ist oder nicht, das ist eine andere Diskussion.

Die sprichwörtliche Uhr beginnt am Tag der Röstung zu ticken. Ab dann laufen die Zeiger unerbittlich. Innerhalb der ersten drei Monate nach Röstung schmeckt der Kaffee am aromatischsten. Nach sechs Monaten lässt der Geschmack kontinuierlich nach. Das heißt: Umso frischer der Kaffee geröstet wurde, desto besser schmeckt er.

Nach der Röstung 10 Tage ruhen lassen

Die frisch gerösteten Bohnen sollten allerdings nicht sofort nach der Röstung gemahlen werden. Denn der Kaffee ist noch unausgewogen. Als Faustregel werden hier zehn Tage Lagerung genannt. Danach können die Bohnen ab in die Mühle.

Das Röstdatum ist relevant

Bei hochwertigem Kaffee von Kleinröstern steht auf der Verpackung immer das Röstdatum. Oftmals stilvoll in Handschrift. Nicht unbedingt das “Ablaufdatum”. Somit weiß ich als Genießer, wann der Kaffee geröstet wurde und wie frisch er ist. Daher: Vor dem Kauf einen prüfenden Blick aufs Bohnensackerl werfen.

Nach den oben erwähnten zehn Tagen beginnt sich der Kaffee zu verändern. Wenn er verschlossen in der Originalverpackung mit dem Ventil (damit die restlichen Gase gemütlich entwichen können) bleibt. Die passende Lagerdauer hängt dabei vom gewünschten Ergebnis ab. Als Beispiel:

Röstdatum und Haltbarkeit des Kaffees am Bohnensackerl – Foto © Helmut Hackl

Wer seinen Filterkaffee sehr fruchtig und mit Betonung der Säure mag, der ist mit einer hellen Röstung (zum Nachlesen meine Geschichte über Röstgrade) mit möglichst kurzer Dauer der Lagerung geschmacklich gut aufgehoben. Wird diese Röstung länger aufgehoben, so verändert sich der Geschmack – wird milder mit weniger Säure. Deshalb hat hier die Lagerung einen größeren geschmacklichen Einfluss.

Bei den dunklen Röstungen für Espresso schaut’s ein bisserl anders aus. Da verändert sich in den ersten Monaten weniger. Somit ist hier das Röstdatum weniger entscheidend für den Geschmack.

Ich halte es so

• Ich kaufe die Bohnen möglichst frisch und nicht auf Vorrat. Denn das Aroma ist an die Frische der Bohne gebunden – wie bei jedem anderen Lebensmittel auch. Es gibt ja freundlicherweise viele Quellen für frisch gerösteten Kaffee und die Lieferung / Abholung ist ja ruckzuck erledigt.

• Ich schaue beim Kauf in einem Geschäft immer aufs Röstdatum. Oder lasse mich vom Röster / Barista beraten. Beim Online-Kauf verlasse ich mich auf die Professionalität meiner Quellen. Das sind ja Profis auf ihrem Gebiet.

• Empfohlen wird, den Kaffee innerhalb von sechs Monaten ab Röstdatum aufzubrauchen. Solange die Verpackung noch original verschlossen ist.

• Ist das Bohnensackerl einmal aufgerissen, dann wird der Verbrauch maximal ein Monat nach Öffnung angeraten. Ich belasse die Bohnen immer im Originalsackerl und gebe dieses zusätzlich in eine Kaffeedose mit luftdichtem Verschluss.

Alles klar? Und jetzt genießt jedes Häferl Kaffee.

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