Kaffee als Reinsorte oder Mischung – mir schmeckt beides

Ethiopia Bench Maji 100% Arabica sortenrein vom Wiener Rösthaus - Foto © Helmut Hackl
Ethiopia Bench Maji 100% Arabica sortenrein vom Wiener Rösthaus – Foto © Helmut Hackl

Menschen, die sich stärker für Kaffee interessieren wollen, werden anfangs mit ein paar Fachbegriffen konfrontiert. Beispielsweise Single Origin, Single Estate und Mischungen. Wenn man es mal weiß, dann ist es eh ganz einfach.

Im Sackerl können zwei Arten Bohnen drinnen sein. Entweder eine Reinsorte oder eine Mischung. Das sagt jetzt einmal gar nichts über die Qualität aus, sondern es sind lediglich zwei verschiedene Möglichkeiten.

Reinsorte – Single Origin & Single Estate

Der Begriff Reinsorte erklärt sich fast von selbst. Es wurde in die Packung exakt eine Sorte Kaffee geschüttet. Dabei wird noch zwischen Single Origin und Single Estate unterschieden:

• Single Origin: Der Kaffee stammt genau von einer geografischen Region. Das kann aber auch von verschiedenen Farmen sein.
• Single Estate: Wie Single Origin, jedoch von einer einzigen Farm.

Panama Palmyra Single Origin von den Moka Consorten - Foto © Helmut Hackl
Panama Palmyra Single Origin von den Moka Consorten – Foto © Helmut Hackl

Diese Reinsorten sind bei Spezialitäten-Röster beliebt. Und somit bei uns Kaffee-Genießern. Denn durch die unterschiedlichen Sorten lässt sich ganz wundervoll die Geschmacksvielfalt erleben. Zudem sind die Sorten geschmacklich von Jahr zu Jahr etwas anders.

100% Arabica Mischung von der Rösttrommel - Foto © Helmut Hackl
100% Arabica Mischung von der Rösttrommel – Foto © Helmut Hackl

Warum dann noch Mischungen?

Die Mischung dürfte dann als Begriff auch klar sein: Es werden unterschiedliche Reinsorten zu einer individuelle Komposition vereint. Dazu bedarf es aber viel Erfahrung beim Röster. Denn eine einzelne Reinsorte zu rösten ist schon mal einfacher als eine komplette Mischung zu kreieren. Warum sich Röster diesen höheren Aufwand (so hat z.B. jede Kaffeesorte ein unterschiedliches Röstprofil) antun, das hat man mehrere Gründe. Beispielsweise:

• Gegenüber den Einzelsorten können Mischungen vom Geschmack her viel ausgewogener sein.

• Reinsorten ändern sich – wie vorhin erwähnt – jedes Jahr. Und auch deren Verfügbarkeit – wir sind ja alle vom Klima betroffen – ist nicht garantiert. Darüber hinaus ist in manchen Bereichen (als Beispiele seien Gastro und Büro erwähnt) ein konsistenter Geschmack erwünscht. Das lässt sich – von einem erfahrenen Röster – durch die Zusammensetzung der Mischung realisieren.

• Vielen Kaffeetrinkern ist die Ausgeprägtheit von Reinsorten zu stark. Beispielsweise eine zu intensive Fruchtsäure. Als Bestandteil einer Mischung kommt das vielen Gaumen aber durchaus entgegen.

So nebenbei: Der Großteil der Spezialitäten-Röster röstet die Sorten jeweils einzeln und erstellt danach die persönliche Mischung.

Kenia Karani von der 220° Rösterei - Foto © Helmut Hackl
Kenia Karani von der 220° Rösterei – Foto © Helmut Hackl

Reinsorte oder Mischung – mein Fazit

Mir schmeckt beides und somit ist meine Empfehlung wie immer ganz simpel: selbst ausprobieren!