KRUVE Sifter – kräftig schütteln für einen besseren Mahlgrad

Cruve Sifter - Foto © Helmut Hackl
Cruve Sifter – Foto © Helmut Hackl

Ich bin mit der Qualität des von mir aufgebrühten Filterkaffees durchaus zufrieden. Aber da ich sicher bin, dass geschmacklich noch mehr aus den Bohnen herauszuholen ist, habe ich mir einen KRUVE Sifter gegönnt. Denn mit dieser Schüttelbox lässt sich das Mahlgut analysieren und dadurch die Einstellung an der Mühle anpassen. Hier meine Erfahrungen.

Die Idee vom KRUVE Sifter ist einleuchtend: Das Mahlgut verbessern, damit der Kaffee danach noch besser schmeckt. Es lassen sich damit fixe Mahlgrade herausfinden, die einmal an der Mühle eingestellt, zu wiederholbaren Ergebnissen führt. Je nach gewünschter Zubereitung. Der Sifter ist salopp formuliert eine dreieckige Schüttel-Schachtel mit Bambusdeckel, drei Kammern (Schälchen) und zwei Halterungen für die Siebe aus Aluminiumlegierung. Insgesamt sind durch die Kombination der Siebe bis zu 105 Mahlgrößen möglich.

Cruve Sifter Einzelteile - Foto © Helmut Hackl
Cruve Sifter Einzelteile – Foto © Helmut Hackl

In die Box kommen immer zwei Siebe hinein. In die obere Halterung das gröbere Sieb, in die untere das feinere Sieb. Die groben Stücke (“Boulders” genannt) des Kaffeepulvers bleiben auf dem oberen Sieb liegen, die zu feinen Partikel (“Fines” genannt) fallen durchs untere Sieb ins Schälchen. Was dann an Mahlgut dazwischen verbleibt, d.h. auf dem unteren Sieb liegt, entspricht dann der Feinheit zwischen den beiden Werten der Siebe. Ziel ist es nun, das möglichst wenig am oberen Sieb und möglichst wenig unten im Schälchen liegt. Warum? Gleich große Kaffeepartikel extrahieren gleichmäßiger. Das Ergebnis schmeckt dann im Häferl besser.

Warum ich mir so einen Sifter gönnte

Ich wollte einfach wissen, ob ich Filterkaffee und Cold Brew aufbrühen kann, die mir noch besser als bisher schmecken. Ein Werkzeug zum noch exakteren Einstellen meiner Mühlen. Denn der Mahlgrad beeinflusst bekanntlich den Geschmack. Somit war es mir die Anschaffung wert.

Den Sifter gibt es in drei Farben fürs Gehäuse (Silber, Schwarz, Rot) und in drei Ausführungen. Mit zwei, sechs oder zwölf Sieben im Lieferumfang. Inklusive Siebständer aus Bambus. Da das Produkt in einer schönen Box kommt, ist es auch gleich als feines Geschenk geeignet. Die Preise liegen so zwischen 50 und 150 Euro herum. Ich entschied mich für die 6er-Variante in Silber.

Mikrometer als Maßeinheit bei den Sieben

Die Siebe sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Als Maßeinheit wird Mikrometer (μm) verwendet. Ein Mikrometer ist ein Millionstel Meter. Je niedriger der Wert, desto feiner, je höher der Wert desto gröber ist das Sieb.

Cruve Sifter Siebe - Foto © Helmut Hackl
Cruve Sifter Siebe – Foto © Helmut Hackl

• Im 2er Set sind die Größen 400 und 800 μm dabei.
• Im 6er Set sind es 200, 300, 400, 600, 800 und 1.000 μm.
• Im großen 12er Set sind 200, 250, 300, 350, 400, 500, 600, 700, 800, 900, 1.000 und 1.100 μm drinnen.
• Es gibt darüber hinaus drei Extra-Packs: XL (1.200, 1.400, 1.600 Mikrometer), Plus (200, 300, 600, 1.000 μm) sowie Pro (250, 350, 500, 700, 900, 1.100 μm).

So funktioniert es in der Praxis

Es wird von allen Seiten immer wieder betont, dass die Bohnen frisch gemahlen gehören und danach sofort in den Filter. Jetzt gebe ich das Pulver allerdings noch extra in den Sifter und schüttle bis zu einer Minute hin und her. Was bekanntlich die Oxidation beschleunigt und wohl etwas an Aroma kostet. Somit schon mal als Frage vorgemerkt: Wiegt ein optimalerer Mahlgrad dieses Manko um ein Mehrfaches wieder auf?

Zum Start konzentrierte ich mich auf Filterkaffee. Denn da habe ich die meiste Erfahrung. Ich mahlte mit den bisherigen Einstellungen an der Mühle ungefähr 10 Gramm Bohnen. Das Kaffeepulver leerte ich dann in den Sifter – beim Erstversuch oben ein 800er und unten ein 400er Sieb. Jetzt 30 bis 60 Sekunden gut durchschütteln. Zwischendurch auch mal gegen die Box klopfen, damit keine Partikel am Gehäuse hängenbleiben. So bekam ich einen ersten Eindruck gegenüber meines bisherigen Mahlgrads.

Cruve Sifter / Rest im oberen Sieb - Foto © Helmut Hackl
Cruve Sifter / Rest im oberen Sieb – Foto © Helmut Hackl

Im nächsten Schritt habe ich den Mahlgrad der Mühle entsprechend angepasst und danach den Vorgang wiederholt. Bis nach dem Schütteln alles so halbwegs passte. No na net: Je hochwertiger die Mühle, desto homogener ist das Mahlgut.

Jetzt folgte der erste Versuch in der Praxis, ob der Mahlgrad nicht nur theoretisch passt. Denn bei einer zu feinen Mahlung ergibt sich eine zu lange Extraktion, was den Geschmack mindert.

Danach habe ich mit den Sieben experimentiert, welche Kombination für meine Zubereitung optimal ist. Nach ein paar Versuchen: Ich bin mit einem Filterbereich zwischen 600 und 1.000 Mikrometer zufrieden.

Angemerkt: Bei der Optimierung des Mahlgrads würden jede Menge Bohnen unnötig verbraucht werden. Würde deshalb, da ich die zu feinen und zu groben Teile nicht wegwarf, sondern trotzdem filterte. Das Mahlgut ist ja nicht schlecht – habe ich ja bisher auch mit Freude getrunken.

Cruve Sifter / der "optimale" Mahlgrad - Foto © Helmut Hackl
Cruve Sifter / der “optimale” Mahlgrad – Foto © Helmut Hackl

Da jetzt alles mit dem Mahlgrad passte, kam ich zum letzten Teil. Dem Vergleich zwischen “alt” und “neu”. Das heißt: Einmal wie bisher gemahlen und einmal mit dem Sifter optimiert. Aufgebrüht unter halbwegs gleichen Bedingungen. Denn wenn ich keine Verbesserung beim Geschmack bekomme, dann wäre die Anschaffung des Sifters unnötig gewesen.

Abschließende Worte zu Reinigung

Die Reinigung ist einfach und flott erledigt. Ein kleiner Wasserstrahl genügt und danach gut abtrocknen. Selbstverständlich ohne Deckel, denn er ist aus Holz. Alternativ kann auch ein kleiner Pinsel verwendet werden.

KRUVE Sifter – mein Fazit

Beim Fazit muss ich jetzt zweiteilen. Zum genaueren Einstellen der Mühle hätte auch Probieren zum Erfolg geführt. Somit stellte ich mir nur eine einzige Frage: Schmeckt mir der “ausgeschüttelte” Kaffee besser oder nicht? Die Antwort: Ja. Für meinen Gaumen ist das Aroma noch intensiver. Allerdings schaffe ich das auch ohne den Sifter und somit verkaufte ich ihn wieder.

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