Die Unterschiede zwischen Coffea Arabica und Canephore (Robusta)

100% Arabica (links) - 100% Robusta (rechts) | Foto © Helmut Hackl
100% Arabica (links) – 100% Robusta (rechts) | Foto © Helmut Hackl

Fast 100% der Kaffeebohnen sind zwei Sorten: Coffea Arabica und Coffea Canephore, im Alltag Arabica und Robusta genannt. Der Anbau erfolgt großflächig über den gesamten Äquator – Kaffeegürtel genannt. Global gesehen beträgt die Aufteilung ungefähr 70% Arabica und 30% Robusta. Doch wie unterscheiden sich die beiden Bohnenarten?

Ein Blick genügt

Arabica und Robusta lässt sich ganz einfach durch ihr Aussehen unterscheiden. Die Form der Arabica Bohnen ist oval und der Schnitt in der Mitte ist geschwungen. Sie sind größer als Robusta Bohnen, die eine rundliche Form haben und einen geraden Schnitt in der Mitte. Das war schon mal ganz einfach.

Nachdem wir die beiden Bohnenarten jetzt optisch unterscheiden können, widmen wir uns ein paar anderen Unterschieden: Koffein, Öl, Zucker und Geschmack.

Mehr oder weniger Koffein

Unterschiedlich ist der Koffeingehalt. Bei Arabica liegt der Anteil zwischen 0,8% und 1,4%, bei Robusta von 1,7% bis 4%. Somit hat Robusta einen viel höheren Anteil an Koffein als Arabica.

Öl für die Aromaintensität

Beim Ölgehalt schauen die Zahlen so aus: Arabica 15-17%, Robusta 10-12%. Arabica hat mehr Kaffeeöle als Robusta. Da der Ölgehalt auch die Intensität vom Aroma beeinflusst, hat Arabica eine höhere Qualität gegenüber Robusta.

100% Arabica aus Äthiopien vom 220° Rösthaus | Foto © Helmut Hackl

Arabica hat einen höheren Zuckergehalt

Beim Zuckergehalt schaut der Vergleich so aus: Bei Robusta sind es 3-7%, bei Arabica 6-9%. Deshalb wird Robusta häufig als erdig, bitterer wahrgenommen.

Geschmack mit vielen Worten beschrieben

Geschmack ist bekanntlich ein sehr subjektives Empfinden. Ein paar Beschreibungen kann ich trotzdem anführen:

• Arabica schmeckt fruchtig, beerig, mild, süßer, weniger bitter, vielfältiger, aromatischer, …

• Robusta schmeckt erdiger, holzig, eher bitterer. Es gibt auch sehr guten Robusta, dessen Geschmack zu würzig, nussig, schokoladig, karamellig geht.

100% Robusta – Spezialmischung von Kanzi Kaffee | Foto © Helmut Hackl

Eine besondere Rolle von Robusta bei Espresso

Bei Espresso spielt Robusta eine wichtige Rolle. Denn ob des niedrigeren Ölgehalts sorgt der Robusta-Anteil für ein dicke, stabile Crema. Deshalb ist Robusta in vielen Espressomischungen dabei. Der Anteil liegt so zwischen 10% und 50%. Speziell in südlichen Länder, wo ein kräftiger Espresso gefragt ist.

Ist das ein starker oder milder Kaffee?

Ein Frage, die auch öfters gestellt wird, ist die, ob der Kaffee stark oder mild sei. Oder umgekehrt: Wow, ist der Kaffee aber stark. Dabei dreht es sich hauptsachlich um zwei Begriffe: Geschmack und Koffein. Die beiden haben aber wenige Zusammenhang.
• Bei der Intensität spielen zwei Faktoren die entscheidende Rolle: Rohbohne und Röstung. Beim Geschmack ist die hohe Kunst eines Rösters ganz wichtig.
• Beim Koffein haben wir ja schon vorhin den Gehalt in Arabica und Robusta gelernt. Ein Espresso (35ml) enthält nun etwa 40mg Koffein. Eine Häferl Filterkaffee (150ml) schafft locker die doppelte Menge. Trotzdem wird der Espresso als geschmacklich intensiver empfunden.

Bei Interesse: Anbau & Klima

Robusta hat beim Anbau ein paar Vorteile gegenüber Arabica. Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Pflanze widerstandsfähiger und weniger anfällig gegen Befall. Ein Grund dafür ist auch der höhere Anteil an Koffein, denn das ist gleich ein natürliches Pestizid. Darüber hinaus stellt Robusta nicht so hohe Ansprüche an Boden und kommt mit höheren Temperaturen zurecht. Das heißt: Da der Anbau von Robusta somit einfacher ist, sind die Kosten gegenüber Arabica.

Ab 1.000 Meter Anbauhöhe spricht man von Hochlandkaffee, darunter von Tieflandkaffee. Je höher der Kaffee angebaut wird, desto länger braucht die Kaffeefrucht, um zu reifen. Je länger sie reift, desto mehr Inhaltsstoffe und Aromen sammeln sich im Inneren der Bohne. Somit steigt die Qualität. Arabica gedeiht gut zwischen 900 und 2.000 Metern, Robusta wächst von 0 bis 900 Meter.
Angemerkt: 100% Arabica auf der Verpackung bürgt noch nicht für hohe Qualität.

Abschließend noch ein Satz zur Anbautemperatur: Arabica fühlt sich am wohlsten zwischen 15°C und 25°C, Robusta mag es zwischen 20°C und 30°C.

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